Vincent van Gogh, dem Bindeglied zwischen Impressionisten und Expressionisten wird gern das Gleichnis in den Mund gelegt, ein Bild ohne Rahmen sei wie eine Seele ohne Körper. Unabhängig ob dieser Satz nun wirklich von ihm geäußert wurde, drückt sich hierin bereits die starke Bedeutung aus, die er dem Bilderrahmen beimaß.
Er befasste sich dabei nicht nur auf theoretischer Ebene mit Bilderrahmen und entwickelte zahlreiche Konzepte hierfür, sondern setzte diese, indem er eigene Rahmen zimmerte und bemalte, auch in die Tat um. Dies war in seinem Freundeskreis durchaus eine gängige Praxis und so schreibt er zum Beispiel an seinen Bruder: “Weißt Du, dass Gaugin eigentlich der Erfinder des weißen Rahmens ist? Ein Rahmen aus vier Leisten, die man auf einen Keilrahmen nagelt.” Damit sind allerdings auch van Goghs eigene Rahmen treffend beschrieben.
Im Allgemeinen waren diese nämlich schlichte, also unverzierte Holzrahmen, welche direkt auf den Keilrahmen genagelt waren. Da der Rahmen für ihn zum Kunstwerk dazu gehörte, fertigte er für jedes Bild einen angepassten Rahmen an. Dabei achtete er besonders auf die Holzarten (vor allem Fichte, Tanne, Kastanie, Nussbaum und Eiche), welche er entweder naturbelassen verwendete oder mit einer zu dem jeweiligen Bild passenden Farbe bestrich.
Wie sehr die Herstellung des Rahmens in den Schaffensprozess eingebunden war, zeigt folgende an seinen Bruder adressierte Äußerung: “Ich kann nur in Rahmen zu Ende malen.” Leider ist von den 864 hinterlassenen Gemälden nur ein einziges noch mit seinem Originalrahmen erhalten und ist derzeit im Amsterdamer Van-Gogh-Museum ausgestellt.
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