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	<title>Bilderrahmen Blog &#187; 19.Jahrhundert</title>
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	<description>Ein Bild ohne Bilderrahmen ist wie eine Seele ohne Körper.</description>
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		<title>Tableaux vivants &#8211; lebende Bilder</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 12:43:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ElsaLeRoy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken zum Rahmen]]></category>
		<category><![CDATA[Rahmen, Theater und Film]]></category>
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		<description><![CDATA[Der französische Ausdruck (&#8216;lebende Bilder&#8217;) geht auf eine Bewegung Ende des 18. Jahrhunderts zurück. Zu jener Zeit wurden vermehrt Werke aus der Malerei sowie der Plastik (wie antike Statuen) durch lebende Personen dargestellt oder nachgeahmt. So entstanden lebende Bilder, die zunächst zur Belehrung oder Unterhaltung dienten und besonders im Theater des 19. Jahrhunderts Verwendung fanden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der französische Ausdruck (&#8216;lebende Bilder&#8217;) geht auf eine Bewegung Ende des 18. Jahrhunderts zurück. Zu jener Zeit wurden vermehrt Werke aus der Malerei sowie der Plastik (wie antike Statuen) durch lebende Personen dargestellt oder nachgeahmt. So entstanden lebende Bilder, die zunächst zur Belehrung oder Unterhaltung dienten und besonders im Theater des 19. Jahrhunderts Verwendung fanden. Durch ihr Dispositiv weisen sie gerade Parallelen zum Theater auf.<br />
Die Entwicklung der<em> tableaux vivants</em> geht über die Fotografie, innerhalb einer bürgerlich attackierenden Bewegung Anfang des 20. Jahrhunderts, hinzu surrealistischen Formen und ihrer Symbolisierung der Auseinandersetzung Kunst-Alltag in den 60er/70er Jahren. Im Medium Film werden<em> tableaux vivants </em>hingegen verwendet, um bestimmte theatrale Szenen darzustellen oder gar jene Kunstform des 18./19. Jahrhunderts intermedial zu integrieren. Dergleichen findet man solche bspw. in Pier Paolo Pasolinis <em>La Ricotta</em> in dem Film <em>Passion</em> (1982) des französischen Autorenfilmers Jean-Luc Godard wieder oder etwa im Film <em>Gettysburg</em> (1993) des amerikanischen Regisseurs Ronald F. Maxwell.<br />
Unter anderem findet man heute <em>tableaux vivants</em> auf der Straße wieder, in den sog. <em>Living Mannequins</em>, einer Kunstform der Schauspieler angehören, die sich verkleidet und geschminkt durch Unbeweglichkeit in der Öffentlichkeit als Statuen oder Skulpturen geben.<br />
<em>Tableaux vivants</em> sind als Kunstform zwischen Malerei und Theater (Film), demnach in einem Zwischenspiel von Bewegung und Nicht-Bewegung etabliert. Wird ein Gemälde (unbewegt) mittels eines<em> tableaux</em> (bewegt) in einer Fotografie (unbewegt) festgehalten, so ist das lebendige Bild auf das Entplastizierte, Unartifizielle durch den (lebendigen) Menschen versinnbildlicht. Genau hier liegt der Grundgedanke der<em> tableaux</em>, deren erklärtes Ziel es ist, die erzeugte Bewegung bis zum Stillstand zu unterdrücken. Vergangenes wird vergegenwärtigt, zugleich werden Reflexionen und Interpretationen von Kunst(geschichte) inszeniert.<br />
<em>Tableaux vivants</em> sind selbst eine Art Medium, insofern sie immer als Träger Inhalte transportieren, gleichzeitig stehen sie in Abhängigkeit zu bereits Existierendem: sie sind auf „Zitate“ angewiesen, ohne die sie nicht existieren könnten.</p>
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		<title>Charles Baudelaire und der cadre</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 20:50:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ElsaLeRoy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eine philosophische, psychologische und ästhetische Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[19.Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
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		<description><![CDATA[Teil 1 Comme un beau cadre ajoute à la peinture, Bien qu&#8217;elle soit d&#8217;un pinceau très vanté, Je ne sais quoi d&#8217;étrange et d&#8217;enchanté En l&#8217;isolant de l&#8217;immense nature [...] Ein Bild, ein Gemälde, ein Rahmen. Die Kombination von Kunstwerk und Rahmen ist aus den Museen, Galerien und eigentlich auch aus den Wohnräumen nicht mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left"><strong>Teil 1 </strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left"><em>Comme un beau cadre ajoute à la peinture,<br />
Bien qu&#8217;elle soit d&#8217;un pinceau très vanté,<br />
Je ne sais quoi d&#8217;étrange et d&#8217;enchanté<br />
En l&#8217;isolant de l&#8217;immense nature</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left">[...]</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left">
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="justify">Ein Bild, ein Gemälde, ein Rahmen. Die Kombination von Kunstwerk und Rahmen ist aus den Museen, Galerien und eigentlich auch aus den Wohnräumen nicht mehr wegzudenken. Dabei bemerken wir häufig die Existenz eines Rahmens erst dann, wenn er fehlt. Der Grund dafür ist, dass die ästhetische Wirkung, die ein Bild ausstrahlt, sich verändert.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="justify">Die primär subtile Erscheinung des Rahmens in der Wahrnehmung des Menschen entfaltet sich in einer entstehenden Leerstelle, die das Bild nackt erscheinen lässt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="justify">Der Rahmen kommt in unserer Welt so häufig vor, wie Tische, Stühle, Schränke, Stühle oder Bette.. Dass erst das Entfernen des Rahmens seine Wichtigkeit unterstreicht, hat einen psychologischen Hintergrund. Treten Dinge in der Umwelt des Menschen häufig und in zuverlässiger Gewohnheit auf, nimmt er diese unbewusst zur Kenntnis. Erst das Entfernen eines Solchen, macht sich perzeptiv bemerkbar. Die entstandene Leerstelle wird als ungewöhnlich, vom Gewohnten Stimulus abweichend, interpretiert. Insofern kann ebenso ein Bild unvollkommen oder uninteressant &#8211; das gleiche gerahmt hingegen als ein großartiges, von Schönheit strahlendes, Kunstwerk wirken. Die Ästhetik eines Bildes ist ebenso abhängig von seinem Rahmen wie jener von der des Bildes. Bild und Rahmen stellen eine Art ästhetische Symbiose dar. Wir sehen die beiden Komponenten als ein Ganzes, nie würde man den Rahmen als ein vom Bild abtrennbaren Teil ansehen, auch wenn dies technisch der Fall ist. Bild und Rahmen konstituieren das Kunstobjekt.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 312px"><a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3f/Charles_Baudelaire2.jpg"><img title="Charles Baudelaire" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3f/Charles_Baudelaire2.jpg" alt="" width="302" height="364" /></a><p class="wp-caption-text">Charles Baudelaire</p></div>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="justify">Insofern rechtfertigt das Gedicht <em>Le cadre</em> (Der Rahmen) aus dem Zyklus<em> Les Fleurs du Mal</em> (die Blumen des Bösen, 1857) des französischen Dichters Charles Baudelaire (1821-1867) jene Auslegung. Neben seiner Auslegung des modernen Großstadtmenschens, ließ Baudelaire, der ab 1845 als Kunstkritiker tätig war, sein erstaunlich zukunftsorientiertes Gespür für Kunst in sein Werk einfließen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="justify">Ein genauerer Blick in jenes Gedicht gibt Aufschluss darüber. Noch welche Begabtheit und Kunstfertigkeit hinter dem Gemälde selbst steht (<em>Bien qu&#8217;elle soit d&#8217;un pinceau très vanté)</em>, der Rahmen ist letztendlich das entscheidende Kriterium, jenes Bild dahingehend zu positivieren, es &#8216;seltsam-bezaubernd strahlen&#8217; zu lassen (<em>Je ne sais quoi d&#8217;étrange et d&#8217;enchanté )</em> und es gleichzeitig mithilfe des Rahmen hervortreten zu lassen. Daraus resultiert, dass der Rahmen eben kein technisches oder pragmatisches Attribut des Schützens und als Hilfe des Aufhängens darstellt, sondern eben als ein Teil des Bildes.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="justify">Was im 19. Jahrhundert Baudelaire so treffend erkannte, besitz heute noch Gültigkeit. Ebenso lohnt es sich, die Gedanken nicht nur auf das Werkinnere zu konzentrieren, sondern dem Rahmen, als Teil des Ganzen, jenen Respekt zukomen zu lassen, den er verdient.</p>
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