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Schicke Privatausstellung – Zu Besuch in Vincents Designerwohnung

Februar 21st, 2009 · Keine Kommentare

Galerieschiene

Vincent K. schaut zufrieden auf die knallige Illustration einer mutmaßlichen weiblichen Schönheit. Er zupft ein wenig rechts, ein wenig links, geht drei Schritte in sein großräumiges Wohnzimmer zurück und begutachtet kritisch sein Werk. Ein leichtes Lächeln legt sich in sein Gesicht. Es ist bereits das fünfte Bild, das er soeben an der Wand angebracht hat. Dreimal hat er die Positionen vertauscht, zurechtgerückt und neu angeordnet.

„Und wenn ich Lust hab, wechsel ich morgen gleich zwei aus.“ Er deutet auf einen Stapel Bilderrahmen, die er in der hinteren Ecke gestapelt hat. „DIe sind gestern gekommen. Genau pünklich.“ Vincent hat gerade sein Studium der Soziologie und Geschichte abgeschlossen und seine lange renovierungsbedürftige Berliner Altbauwohnung im charmanten Graefekiez einen neuen Look verpasst. Gestrichen hat er aber erst ganz zum Schluss, kaum sichtbar, unter dem Wandweiß oben an der Deckenkante angebracht, liegt sein ganzer Stolz.

Galerieschiene

„Die hab ich mir bei nem Kumpel abgeguckt, kannt‘ ich bisher nur aus Kunstgalerien oder so.“ Vincent hat seine gesamte Wohnung mit Galerieschienen ausgestattet, an denen er nun mühelos seine gesammelten Bilder anbringt. Denn er hat gerade seine Popartkunstsammlung gerahmt. Geld hätte er dafür früher nicht ausgegeben, erläutert er und räumt ein, dass der entstandene Effekt die Rahmung in jedem Fall rechtfertige. „Die Galerieschienen waren auch überhaupt nicht teuer, das kann sich jeder leisten, und es sieht super aus“. In der Tat, die minimalistisch eingerichtete Wohnung hat durch den Schieneneffekt einen spürbaren Charme erhalten. Die Aluminiumrahmen entfalten an der Wand schwebend eine raumdurchdringende Atmosphäre. ‚Designerwohnung‘ haben seine Freunde neulich gesagt. Vincent lächelt. „Nee Design is es nich. Das sieht einfach nur geil aus.“

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Immer mehr Menschen, darunter auffallend viele junge Menschen wie Vincent, haben ihre Wohnungen auf Galerieschienen umgestellt. Die Zeiten der willkürlich durchlöcherten sandigen Altbauwände sind vorbei. „Früher hab ich meine Bilder an die Stellen gehängt, an denen der Vormieter durch Spachtelarbeit einen Dübel hinterlassen hatte.“ Heute werden die Schienen ganz schnell mit Hilfe von Dübeln an der Kante zwischen Decke und Wand angebracht. Ein Anstrich lässt sie optisch fast verschwinden. An die in die Leiste geschobenen Schraubgleiter fädelt man Perlonseile oder wahlweise Stahlseile ein, an denen man beliebig Bilderhaken verschrauben kann. Dort lassen sich Bilderrahmen bis zu einem Gewicht von 7 kg ganz leicht aufhängen, austauschen und umplatzieren. Die Höhe ist dabei variabel verstellbar – man braucht nicht mal einen Schraubenzieher.

DIe Schienen sind mittlerweile auch kinderleicht zu bekommen. Neben einigen Baumärkten werden sie mittlerweile auch von Onlinerahmenhändlern vertrieben, wo Vincent neben seinen Schienen auch gleich Aluminiumrahmen – und einen Barockrahmen für das Ölgemäde seines Großvaters – bestellt hat.

Doch die Galerieschienen bieten auch alltäglichen Zweck. „Man kann ja nahezu alles dran hängen, was nich zu schwer ist. Das lässt Platz zum experimentieren“ sagt Vincent und deutet auf seine rote Bärenlampe, die an einer der Leisten hängt. „Oder hier, der Hahn hat jetzt auch seinen Platz gefunden.“ Vincent lacht über den bunten aufblasbaren Plastikhahn der frei in einem Rahmen baumelt.Bis zu 7kg Tragkraft Ausdruck von Kreativität

Vincents Tante Maria hat sich von ihrem Sohn inspirieren lassen und schon einen Platz für die Adventskalender ihrer Kinder gefunden. Ob man den neuen ultraleichten Flachbildfernseher, den sie ihrem Mann zum Geburtstag schenken will, dort auch wiederfindet? Es bleibt abzuwarten. Fest steht, das Monopol der Galerien und Museen auf Galerieschienen hat sich ín den Berliner Wohnungen verstreut.

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